Schüler im Gespräch mit Zeitzeugin

Geschrieben von Iris Walther

Einen Geschichtsunterricht der besonderen Art erlebten die neunten Klassen als Frau Alodia Witaszek (*1938) bei uns im Rahmen eines Projekts mit dem Maximilian-Kolbe-Werk zu Besuch war und den Schülern aus ihrem bewegten Leben berichtete. Nachdem ihr Vater, ein angesehener Arzt und Wissenschaftler im Jahr 1943 als Widerstandskämpfer von den Nationalsozialisten hingerichtet und ihre Mutter verhaftet wird, kommt die blonde und blauäugige Alodia in ein „Lebensborn”-Heim.

Kurze Zeit später wird sie einer deutschen Familie zur Adoption übergeben. Ihre leibliche Mutter überlebt die Konzentrationslager Auschwitz und Ravensbrück und sucht nach Kriegsende zwei Jahre lang nach ihrem verschleppten Kind. Kurz vor Weihnachten 1947 hat sie Erfolg: Alodia kehrt in ihre fast vergessene Familie zurück und muss ihre Muttersprache neu lernen. Den Kontakt zu ihrer deutschen Familie gibt sie nie auf. Bis heute ist sie ein „Kind mit zwei Müttern”. Im Anschluss an den interessanten und bewegenden Vortrag konnten die Schüler noch Fragen stellen.