- Geschrieben von: Alexander Gebhardt
Diese Empfindung kann man vermutlich nur dann nachvollziehen, wenn man als politischer Gefangener der DDR in einem der einschlägigen Gefängnisse in Berlin, Bautzen oder auch Dresden eine Zeit lang sein Dasein fristete - isoliert, einem übermächtigen System ausgesetzt, sich unverstanden fühlend und mit schwindendem Vertrauen seinen Mitmenschen gegenüber versehen. Mit dem Vorwissen aus dem Geschichtsunterricht im Gepäck ...
... machte sich die Projektgruppe "Einsame Grüße aus dem Knast" auf, einen Teil der Historie rund um die heutige Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden zu erkunden. Gemeinsam mit Zeitzeuge Hans-Jürgen Barth, der nach dem Stellen eines Ausreiseantrages aus der DDR ins Visier des Ministeriums für Staatssicherheit geriet und einige Monate vor Ort im Gefängnis verbrachte, stiegen wir hinab in die dunklen Kellergewölbe, gewannen Eindrücke vom Leben der Insassen in den Jahren zwischen 1950 und 1989 und durften schließlich auch direkt in den Räumlichkeiten der Gedenkstätte unsere zahlreichen Gedanken rund um das Thema Gestalt annehmen lassen.
